Geschichte

Bereits 1925 plante man zur Wehrhaftmachung des Deutschen Reiches 10 unterirdische Großtankläger. Unter dem Decknamen WIFO (Wirtschaftliches Forschungsinstitut, Sitz in Berlin) begannen am 1. August 1935 die Bauarbeiten zu „Münchberg“. Die Bevölkerung ließ man in dem Glauben es wird hier im Kreuzlinger Forst, zwischen München und Starnberg, eine Schokoladenfabrik gebaut.

Nach 3-jähriger Bauzeit wurde 1938 begonnen die 52 unterirdischen Tanks mit Kraftstoff zu befüllen. Zu Kriegsbeginn, 1. September 1939, waren die Tanks erst zu 80% gefüllt.

Ab 1938 begann man mit dem zweiten Bauabschnitt, WIFO II. Auf dem im Westen angrenzenden Areal sollten 27 Fünfer-Blöcke in großen Gruben errichtet werden. Kriegs bedingt wurden 1941 die Arbeiten eingestellt. 6 dieser Tank-Blöcke, von denen jeder über20 Millionen Liter fassen sollte, waren im Bau. Nur der Block 6 wurde fertig gestellt und befindet sich heute auf dem Gelände des Tanklagers Krailling.

Gegen Kriegsende wurden die im Wald abgestellten Kesselwägen bombardiert und dabei auch die Gleisanlagen so stark zerstört, dass die Verbindung nach Gauting aufgegeben wurde. Wenige Tage vor Kriegsende, am 27. April 1945, erfolgte der einzige, dafür verheerende Bombenangriff auf dem Gelände des Tanklagers. 27 der über 400 Beschäftigten wurden getötet. 3 Tanks der im Norden befindlichen Schmierölgruppe und 5 große Benzintanks im Anschluss wurden getroffen. Da die Vorräte auf 13% geschrumpft waren und die getroffenen Tanks schon leer waren, kam es zu keiner Umweltkatastrophe.

 

Am 30. April 1945 besetzte die US-Armee das Tanklager und betrieb es alleine bis 1958. Die Amerikaner benutzen die unterirdischen Tanks nicht, stattdessen entstanden zahlreiche Abstellflächen für Fässer und Kanister. 

Ab 1958 betrieb die VTG (Vereinigte Tanklager & Transportmittel GmbH) den südlichen Teil des Tanklagers. 1964 wurde diese Aufgabe der IVG (Industrie-Verwaltungs-Gesellschaft mbH) übertragen. Erst 1972 räumt die US-Armee den nördlichen Teil, welchen auch die IVG übernahm. Die Jahre lang ungenutzten Tanks der Schmierölgruppe und der Gruppe I wurden trotz neu installierter Kreiselpumpen dauerhaft stillgelegt.

Anfang der 80er Jahre wurde das Tanklager ertüchtigt. Neben der Verlegung der oberirdischen Pipelines wurde auch die Tankgruppe A mit drei halb unterirdischen, je knapp 11 Millionen Liter fassenden Betontanks gebaut. In dieser heutigen Ausbaustufe hat das Tanklager Krailling ein gesamtes Fassungsvermögen von 125 Millionen Liter Kraftstoff.

1995 wurde mitten auf dem Gelände ein Flüssiggaslager errichtet, von dem aus Tankkraftwagen als auch Gasflaschen befüllt werden.

Von 2007 bis 2009 wurde das im Bundeseigentum befindliche Tanklager von der „TanQuid GmbH & Co KG“ betrieben. Vom Tanklager Krailling wurden die Militärflughäfen Leipheim, Landsberg, Lager-Lechfeld und Fürstenfeldbruck über eine Produkten-Fernleitung mit Kerosin versorgt. Im Jahr 2008 wurde ein Lückenschluss der CEPS-Pipeline zwischen Aalen und Leipheim fertiggestellt. Ab diesem Zeitpunkt hatte das Tanklager keine militärische Notwendigkeit mehr.

Die BIMA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) verkaufte 2009 das Tanklager Krailling nach dem Meistgebotsverfahren. Den Zuschlag erhielt die „Viktoria-Gruppe AG“. Diese lagerte in Krailling, bis zur Insolvenz im Jahre 2015, tschechische Staatsreserven ein. 

2016 kaufte die neugegründete "Krailling Oils Development GmbH" (KOD) das gesamte Tanklager (252 ha) mit den dazugehörigen Gleisanlagen, die in München-Freiham ans öffentliche Schienennetz anschließen. Das Eigentum dieses Grundstückes wurde anschließend auf die Firma des Antragstellers übertragen. In den ersten beiden Jahren, bis Ende 2017, war die KOD mit der Auslagerung der tschechischen Staatsreserven beschäftigt. In dieser Zeit durfte die KOD, laut dem Übergabevertrag, keine eigenen Kraftstoff-Geschäfte tätigen, da es Unstimmigkeiten über die Menge der eingelagerten tschechischen Staatsreserven gab.

Ab dem Frühjahr 2018 wurden die gesamten Tanks und Tankanlagen gereinigt und geprüft, sowie das gesamte Schienennetz ertüchtigt. Nach weiteren Investitionen in Mess- und Fördertechnik konnte noch im selben Jahr - im Dezember 2018 - mit dem Umschlag von Mineralölprodukten in Tankkraftwagen begonnen werden.

 

 

Technische Daten und Ausstattung heute:

  • 21 unterirdische Tanks der Gruppe II und III, mit je 3,33 Mio. Liter Fassungsvermögen.

  • 3 Großtanks der Gruppe A mit je 11 Mio. Liter Inhaltsvolumen.

  • Tankblock mit 5 Tanks, welche je über 4 Mio. Liter aufnehmen können.

  • 3 Oberirdische Tanks der Gruppe V mit je 100 m³

  • Mehrere Sloptanks, zum Auffangen von Treibstoffresten nach Umfüllvorgängen.

  • Manifold, Zentral-Verteiler mit einer Pumpleistung von 1.250 m³ pro Stunde

  • 4 Bahnhöfe: Süd- bzw. Hauptbahnhof, Blockbahnhof, Nordbahnhof und Gasbahnhof.

  • Östliches Ende der CEPS (CentralEuropeanPipelineSystem), mit HD Pumpstation

  • 82 Kesselwagon können zeitgleich be- bzw. entladen werden.

  • 20 Tankkraftwagen-Ladestellen

  • 7 Trafostationen, eigene Dieselnotstromversorgung

  • 4 Tiefbrunnen, 12 Grundwasserentnahme-Stellen

  • 1 zentraler Feinentöler, dem mehrere Ölabscheider zuarbeiten

  • 74 Hydranten

  • 9,7 km Zaunanlage

  • 14 km Gleisanlagen

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